Der Bau der alten Brücke über den Kleinen Belt

Bevor man den Bau der eigentlichen Brücke beginnen konnte, mussten auf beiden Seiten des Kleinen Belts Bahndämme gebaut und neue Bahnhöfe sowie Straßen angelegt werden.

Die Bauarbeiten an der Brücke selbst begannen 1930. Der Bau ging in mehreren Etappen vonstatten: Zuerst baute man Senkkästen, danach wurden Strömungspfeiler gegossen (1932-1934) und anschließend wurde der Überbau gebaut – die Stahlkonstruktion stand 1934 fertig bereit und zum Schluss baute man die Eisenbahn und die Fahrbahn.

Senkkästen und Strömungspfeiler

Die alte Brücke über den Kleinen Belt ruht auf 4 Strömungspfeilern, deren unterster Teil Senkkasten genannt wird. Die Lösung mit den Senkkästen wurde in Verbindung mit dem Bau der alten Brücke über den Kleinen Belt entwickelt.

Für den Bau der Senkkästen waren 100 Arbeiter und Zimmerleute angestellt. Die Senkkästen sind eine Eisenbetonkonstruktion, die an Land gegossen wurde, und die Vorarbeiten sowie der Guss der 4 Senkkästen dauerten 25 Monate.

Nachdem der unterste Teil der Senkkästen fertig war, wurden sie an der Küste im Wasser positioniert, woraufhin der oberste Teil oben drauf gebaut wurde, bevor die Senkkästen im Kleinen Belt abgesetzt wurden. Anschließend wurden oben drauf die Strömungspfeiler mit Hilfe einer treibenden Betongussanlage gegossen. Die fertigen Strömungspfeiler wurden etwa 70 Meter hoch, wovon etwa 40 Meter unter Wasser stehen. Auf der Spitze der Strömungspfeiler wurde eine Stahlkonsole für die Montage des Überbaus eingegossen.

Überbau

B1929

Der Überbau wurde als selbsttragende Konstruktion ausgeführt. Auf den Strömungspfeilern wurde eine Gitterkonstruktion gebaut – mit einer Arbeitsplattform in 30 Metern Höhe. Zuerst baute man die Gitterkonstruktion auf der einen Seite und anschließend auf der entgegengesetzten Seite, um ein Gleichgewicht herzustellen. Danach wurde ein Teil nach dem anderen zusammengesetzt, bis die Gitterkonstruktionen von den 2 Strömungspfeilern zusammentrafen.

Alle Stahlteile wurden sandgestrahlt, grundiert und 4 mal lackiert, bevor die Teile zu den Strömungspfeilern verschifft und zu den Montageteams gehoben wurden.

Die alte Brücke über den Kleinen Belt gebaut, bevor man für größere Konstruktionen das Schweißen verwendete. Daher ist der gesamte Stahl zusammengenietet und es wurden über 2 Millionen Niete für die Brücke verwendet. Beim Vernieten wurden 3 Mann für die Aufgabe benötigt: der Bolzenwärmer hält den Niet, der Vorhalter stand für den Gegendruck und ein Nieter stand für den eigentlichen Nietvorgang mit dem Drucklufthammer.

Neue Eisenbahnen, Bahnhöfe und Verkehrswege

Mit der Platzierung der Brücke wurden Verlängerungen der Bahnstrecken notwendig. Das wurde eine umfassende Arbeit in Fredericia, da man beschloss, dass der Bahnhof Fredericia einen neuen Standort haben sollte – außerhalb des Walls statt am Hafen. Es wurde eine Bahnverlängerung von 12 km erstellt und der neue Bahnhof belegt nicht weniger als 70 ha.

Die Arbeiten in Middelfart waren mehr eingegrenzt. Hier verlängerte man die Eisenbahn um 4,3 km und platzierte den Bahnhof mitten auf der neuen Strecke.

Da beschlossen war, Fahrbahnen auf der Brücke zu haben, wurden sowohl auf der jütischen als auch der fünischen Seite neue Verkehrswege erforderlich.

Ausgaben

Der Bau sowohl der Brücke als auch der Eisenbahn belief sich auf 42 Millionen Kronen.

Die Ausgaben verteilten sich wie folgt:

  • Die Eisenbahnbrücke kostete 16,7 Millionen Kronen.
  • Die Straßenbrücke kostete 7,5 Millionen Kronen.
  • Die neuen Verkehrswege kosteten 1,6 Millionen Kronen.
  • Die neuen Bahnanlagen kosteten 16,5 Millionen Kronen, von denen die Arbeiten am Bahnhof Fredericia 11 Millionen Kronen verschlangen.